Kategorie: Umwelt, Energie & Klimaschutz

Strompreiserhöhung wegen gestiegener Netzentgelte

Im Zuge des Atomausstiegs wurden die Großverbraucher von Strom von der Zahlung der Netzentgelte weitgehend befreit. Dies führt jetzt zu höheren Belastungen der Privatkunden. Von den gesunkenen Beschaffungskosten merken diese aber nichts.

Viele deutsche Haushalte haben in den letzten Wochen Post von ihrem Stromversorger bekommen. Aufgrund der gestiegenen Netznutzungsentgelte müsse leider der Strompreis angehoben werden, wird in der Regel aufgeführt. Inzwischen haben 91 Versorger ihre Preise für Haushaltsstrom zum 1. März 2012 angehoben, weitere 62 folgen zum 1. April.

Erneuerbare Energien wirken kostensenkend auf den Börsenstrompreis

Die Hintergründe dieser Preiserhöhungen beleuchtet jetzt die Agentur für Erneuerbare Energien. Sie haben mitnichten damit zu tun, dass durch die erneuerbaren Energien der Stromverbrauch teurer wird – im Gegenteil: Diese haben wesentlich dazu beigetragen, dass der Preis an der deutschen Strombörse in den letzten Monaten deutlich gesunken ist. Im windreichen Dezember 2011 betrug er maximal 50 Euro pro Megawattstunde und war damit rund 15 Euro günstiger als in den Vormonaten. Auch die Kosten für Drei-Jahres-Verträge sind gesunken.

Mittelstand und Privathaushalte kommen für Großverbraucher auf

Von diesen gesunkenen Beschaffungskosten erzählen die Stromversorger ihren Privatkunden allerdings lieber nichts und geben diese auch nur teilweise und zeitverzögert an sie weiter. Im Vorteil sind dagegen große Industrieunternehmen, die ihren Strom direkt an der Börse kaufen. Sie sind außerdem über eine "Besondere Ausgleichsregelung" weitgehend von der EEG-Umlage befreit, die alle sonstigen Verbraucher zahlen, um die erneuerbaren Energien zu fördern.

Von den Stromversorgern werden dagegen die steigenden Entgelte für die Nutzung des Stromnetzes schnell weitergegeben. Allerdings sind davon nur die Kleinverbraucher betroffen. Im Zuge des Atomausstiegs hat die Bundesregierung der energieintensiven Industrie das Privileg zugestanden, dass sie von der Zahlung der Netzentgelte zu einem großen Teil befreit wird. Damit sollte ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Ihr Anteil muss jetzt dafür von den weniger verbrauchenden mittelständischen Unternehmen und den Privathaushalten übernommen werden.

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