Kategorie: Sozialversicherung

Betriebe profitieren von klugem Altersmix

Das Bundesarbeitsministerium hat vor einigen Tagen den ersten Fortschrittsreport "Altersgerechte Arbeitswelt" vorgelegt und die Ergebnisse zusammen mit den Sozialpartnern diskutiert. Laut dem Report lag die Erwerbstätigenquote der 60 bis 64-Jährigen im Jahr 2010 bei 40,8 Prozent. Die Quote der 55- bis 64-Jährigen sei seit 2000 in Deutschland stärker gestiegen als in fast allen anderen EU-Ländern, bei den 60- bis 64-Jährigen war der Anstieg in Deutschland sogar am stärksten in der EU.

„Dass sich in zehn Jahren der Anteil der Erwerbstätigen in den Jahrgängen kurz vor dem Renteneintritt mehr als verdoppelt hat, ist ein beachtlicher Erfolg. Wenn der Trend anhält, werden wir in Kürze in dieser Altersgruppe mehr Erwerbstätige als Rentner haben", sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Der Report, der künftig halbjährlich erscheinen soll, knüpft an den Bericht der Bundesregierung über die Entwicklung der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer von 2010 - "Aufbruch in eine altersgerechte Arbeitswelt" - an und dokumentiert die Fortschritte auf dem Weg bis zur vollständigen Einführung der Rente mit 67 Jahren im Jahr 2029. Der Report fasst aktuelle Daten, Trends, Analysen sowie neueste wissenschaftliche Studien und Praxisbeispiele zum Thema "Arbeiten bis 67" zusammen.

Jung und Alt im Team sind produktiver

Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt beispielsweise, dass sich die Produktivität eines Betriebes um gut 0,5 Prozent erhöht, wenn der Anteil der 45- bis 50-Jährigen an der Gesamtbelegschaft um einen Prozentpunkt zunimmt. Wenn altersgerechte Arbeitsplätze vorhanden sind, steigt laut ZEW die Produktivität der Beschäftigten zwischen 45 und 50 Jahren sogar um zwei Prozent: Stimmt der Altersmix, dann steigt nach neuen wissenschaftlichen Studien quer über alle Branchen die Produktivität. Damit ist das Vorurteil widerlegt, dass Jüngere per se leistungsfähiger sind. Das Signal an die Unternehmen ist klar: Wer erfahrene Leistungsträger beschäftigt und Ältere einstellt, kann davon profitieren", so von der Leyen weiter.

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