Kein Aprilscherz - Solarvergütungen sinken drastisch
Am 1. April 2012 ist unter der Überschrift "Kostensenkung und Marktintegration" die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft getreten.
Für Photovoltaik-Dachanlagen gibt es nur noch drei Vergütungsklassen: Anlagen bis 10 Kilowatt installierter Leistung, bis 1000 Kilowatt und über 1000 Kilowatt. Für Anlagen, die ab dem 01.04.2012 in Betrieb genommen werden, gelten die in der Tabelle dargestellten Vergütungssätze.
Installierte Leistungen Dachanlagen | Freiflächenanlagen | ||
|---|---|---|---|
bis 10 kW | bis 1.000 kW | bis 10 MW | bis 10 MW |
19,5 ct/kWh | 16,5 ct/kWh | 13,5 ct/kWh | 13,5 ct/kWh |
Quelle: BMU
Bei kleinen und mittleren Anlagen wird pro Jahr nur noch ein Teil der gesamten erzeugten Strommenge vergütet (bis 10kW: 80%, von 10kW bis 1MW: 90%).
Freiflächenanlagen erhalten nunmehr eine einheitliche Vergütung, Anlagen die größer als 10 Megawatt sind, erhalten keine Vergütung mehr. Solaranlagen im Außenbereich erhalten grundsätzlich nur dann noch die Dachflächenvergütung, wenn die Anlage auf Wohn- oder Stallgebäuden oder im Zusammenhang mit einem landwirtschaftlichen Gehöft errichtet wird.
Die Vergütungssätze werden ab dem 01.05.2012 monatlich um ein Prozent gegenüber dem jeweiligen Vormonat abgesenkt. Die jährliche Gesamtdegression erhöht sich von vormals 24 Prozent auf maximal 29 Prozent.
Auch der sogenannte atmende Deckel wird eingeengt: Der Zielkorridor für den Zubau an Solaranlagen beträgt nun für die Jahre 2012 und 2013 jeweils 2.500 bis 3.500 Megawatt. Danach verringert er sich jährlich um 400 MW und soll im Jahr 2017 900 bis 1.900 MW betragen.
Die Solarbranche reagierte entsetzt auf die Verabschiedung des Gesetzes. "Diese politische Fehlentscheidung gefährdet Deutschlands Spitzenstellung bei der Photovoltaik, die Existenz zahlreicher Solarunternehmen und vieler tausend Solarjobs. Das ist ein schwarzer Tag für die Energiewende", so Günther Cramer, Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft. Die Insolvenzwelle der deutschen Solarbranche geht inzwischen ungebremst weiter. Nach dem Berliner Modulhersteller Solon, dem Projektierer Solarhybrid ist nun auch der Zellproduzent Q-Cells pleite.

