Klimawandel ist weltweit gegenwärtig
Nach den Erkenntnissen der Weltorganisation für Meteorologie ist der Klimawandel eine Tatsache, die sich nicht länger bestreiten lässt. Die Zeit zwischen 2001 und 2010 ist die wärmste je registrierte Dekade gewesen.
Die vergangenen Winter waren in Deutschland teilweise ungewöhnlich lang und kalt – dies mag viele zu der Ansicht verleiten, dass es mit der Erderwärmung doch nicht so schlimm ist. In ihrem jährlichen Statement über den Zustand des globalen Klimas stellte die Weltorganisation für Meteorologie fest, dass 2011 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1850 war.
Dabei hatte das Wetterphänomen La Nina sogar für Abkühlung gesorgt – während sich im Westpazifik die Meeresoberfläche erwärmte, kühlte sich das Wasser im Ostpazifik ab. Trotzdem lagen die weltweiten Durchschnittstemperaturen in der Dekade zwischen 2001 und 2010 um 0,46 Grad über dem jährlichen Durchschnitt von 14 Grad, der zwischen 1961 und 1990 gemessen wurde. Der Weltorganisation für Meteorologie zufolge ist dies die wärmste Dekade, die es je auf der Oberfläche der Erde, des Meeres und in jedem Kontinent gab.
Alarmierende Schneeschmelze
Besonders das rasche Abschmelzen des Eises in der Arktis seit den 1960er Jahren macht den Klimaforschern Sorgen. Es erreichte seinen Höhepunkt im September 2007. Auch 2011 lag seine Ausdehnung deutlich unter dem Durchschnitt, mit 4,33 Millionen Quadratmetern war sie Anfang September 2011 um 35 Prozent geringer als der Mittelwert zwischen 1979 und 2000. Satellitenaufzeichnungen zeigten, dass sowohl die Dicke als auch die Ausdehnung des arktischen Eises in den letzten 35 Jahren kontinuierlich abgenommen haben und dieser Prozess sich in den letzten Jahren beschleunigte.
Auch die Niederschläge nahmen im letzten Jahrzehnt überdurchschnittlich zu, wenn auch mit großen jährlichen und regionalen Unterschieden. In der nördlichen Hemisphäre gab es dabei generell überdurchschnittliche Niederschläge, während es in Südasien, Zentralafrika, aber auch im Südwesten von Kanada und Alaska weniger als normal regnete und schneite. Gleichzeitig gab es mehre extreme Überschwemmungen, vor allem in Osteuropa, Afrika, Pakistan und Indien sowie Australien.
Die Anrainerstaaten des Nordatlantiks litten dagegen vor allem unter einer erhöhten Anzahl tropischer Zyklone, wie dem Hurrikan Katrina in den USA und der Tropensturm Nargis in Myanmar.

