Speichertechnologie: Größte Power-to-Gas-Testanlage genehmigt
Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat die Genehmigung für den Bau einer Testanlage "Power-to-Gas" mit einer Anschlussleistung von 250 Kilowatt erhalten. Das Projekt ist damit das größte seiner Art und soll die Forschung zur Speicherung erneuerbarer Energien voranbringen. Die Testanlage soll im Sommer in Stuttgart in Betrieb genommen werden.
Bei dieser vom ZSW, der Firma SolarFuel und dem Fraunhofer IWES entwickelten Speichertechnologie wird Strom zu Wasserstoff und Methan umgewandelt. So soll es möglich werden, die Fluktuationen bei der Stromerzeugung durch Wind- und Sonnenenergie auszugleichen. In Zeiten, in denen mehr regenerativer Strom erzeugt als gerade benötigt wird oder über das elektrische Netz transportiert werden kann, wird die überschüssige Energie zur Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff verwendet. Anschließend wird aus Wasserstoff und Kohlendioxid (CO2) ein methanreiches Gas hergestellt, das herkömmlichem Erdgas entspricht und somit in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden kann. Die Umwandlung erfolgt verlustfrei.
Saisonale Speicher für volatilen EE-Strom
Gas lässt sich – im Vergleich zu Strom – verhältnismäßig leicht und mit einer Dauer von bis zu zwei Monaten auch recht lange speichern. Die Technologie hat also das Potenzial als saisonaler Speicher zu dienen. Im deutschen Gasnetz stehen zum Transport und zur Speicherung große Kapazitäten zu Verfügung - etwa dreitausendmal mehr als etwa durch Pumpspeicher. Bei Bedarf nach elektrischer Energie kann das eingespeicherte Gas zum Beispiel in Gaskraftwerken rückverstromt werden. Das Methan könnte aber auch als Prozesswärme in der Industrie genutzt werden oder als Kraftstoff für Brennstoffzellen- sowie Erdgasautos dienen.
Mit der Testanlage in Stuttgart, deren Bau vom Bundesumweltministerium gefördert wird, soll die Technologie ausgereift werden, bevor Power-to-Gas auf dem Markt etabliert werden kann. Pro Tag soll die Anlage bis zu 300 Kubikmetern Methan umwandeln können. Damit ist das Projekt zehnmal leistungsstärker als eine 2009 beim ZSW entstandene Versuchsanlage und damit auch das bislang größte seiner Art. Für 2013 hat die Audi AG den Bau einer 6-Megawatt-Anlage im industriellen Maßstab angekündigt.

