Kategorie: Umwelt, Energie & Klimaschutz

Atomausstieg: Mehrkosten für Strom von 25 Euro pro Jahr

Noch vor dem Beschluss der Bundesregierung, mittelfristig aus der Nutzung der Atomkraft zur Stromerzeugung auszusteigen, hat das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie in einer Studie im Auftrag des NRW-Klimaschutzministeriums untersucht, wie sich ein vorzeitiger Ausstieg auf die Strompreise auswirken wird. Eventuelle Preissteigerungen könnten durch verstärkte Aktivitäten zur Stromeinsparung ausgeglichen werden.

Die Verfasser der Studie kritisieren, dass bei den aktuellen Schätzungen der Kostenentwicklung meist die ohnehin zu erwartenden Preissteigerungen nicht berücksichtigt werden. Die meisten Studien, die bisher zu diesem Thema vorgelegt wurden, seien hier zu wenig differenziert und würden nur die mögliche absolute Entwicklung der Börsenpreise von Strom berücksichtigten. Neben der Tatsache, dass dabei die normalen Preissteigerungen herausgerechnet werden müssen, würden diese Prognosen auch nicht berücksichtigen, welche Effekte der Ausstieg aus der Atomenergie tatsächlich haben wird, weil es schwierig sei, dies von anderen Einflussfaktoren zu isolieren. Hier seien differenzierte Strommarktmodellierungen erforderlich.

Energieeinsparungen können Preiserhöhungen kompensieren

Das Wuppertal Institut hält aufgrund seiner eigenen Berechnungen zusammen mit den Ergebnissen der bisher vorliegenden Studie einen Anstieg der Strompreise im Privatkundenbereich von 0,5 bis ein Cent/kWh für realistisch, das bedeutet für einen Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3.500 kWh Mehrkosten von etwa 25 Euro pro Jahr. Es sei zu erwarten, dass sich der Preisanstieg durch einen stärkeren Wettbewerb am Strommarkt nach 2020 wieder verringern werde.

Außerdem sollten der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Ausstieg aus der Atomkraft durch verstärkte Aktivitäten zur Stromeinsparung begleitet werden. Durch den geringeren Verbrauch könnten die Mehrbelastungen ganz oder teilweise ausgeglichen werden.

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