Nicht alle Trends der vergangenen Jahre setzten sich bei der Herzgesundheit der Bevölkerung in Deutschland fort. Trotz einer immer besseren Versorgung nahmen Morbidität und Mortalität mit wenigen Ausnahmen bei den meisten Herzerkrankungen im Jahr 2015 leicht zu, heißt es im Deutschen Herzbericht 2017, der am 17.1.2018 in Berlin vorgestellt wurde. Hierüber berichtet das ÄRZTEBLATT in einer aktuellen Pressemitteilung.

Noch im letzten Jahr kam der Deutsche Herzbericht zu dem Schluss, dass die Summe der Sterblichkeit aufgrund von Herzerkrankungen in Deutschland abgenommen habe. Dieses Jahr berichten die Fachgesellschaften wieder von einem leichten Anstieg bei den absoluten Zahlen (2014: 207.976 Todesfälle versus 2015: 221.511) wie auch der Zahlen pro 1.000 Einwohner.

Unverändert blieb 2015 die Morbidität des akuten Herzinfarkts und der ischämischen Herzkrankheit gegenüber den Vorjahren. Hingegen nahmen die Häufigkeit der Herzklappenerkrankungen (4,2 Prozent), angeborener Herzfehler (3 Prozent), von Herzrhythmusstörungen (2,6 Prozent) und Herzinsuffizienz (2,5 Prozent) leicht zu. Insbesondere die Herzinsuffizienz erfordere Aufmerksamkeit, sagte Thomas Meinertz, Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Sie zählt zu den häufigsten Anlässen für einen Krankenhausaufenthalt in Deutschland mit mehr als 455.000 vollstationären Fällen pro Jahr.

Sterblichkeit beim Herzinfarkt rückläufig

Bei der Sterblichkeit gab es gute Nachrichten für den akuten Herzinfarkt, der wie erwartet zurückgegangen sei, berichtete Meinertz. „Dieser beeindruckende Rückgang um gute sieben Prozent hat sicherlich mit der besseren Rettungskette und besseren Abläufen in der Klinik zu tun, aber auch mit der immer häufigeren Koronarintervention, die für eine Menge Diskussion sorgt“, erklärte Hugo Katus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, den Rückgang und verwies auf die ORBITA- und COURAGE-Studie, die Vor- und Nachteile von Stents erörtern.

Zur vollständigen Pressemitteilung