Im Jahr 2022 gab es ein Rekordhoch bei den Berufskrankheiten. Grund ist der starke Anstieg an Infektionskrankheiten, zu denen auch COVID-19 zählt. Das geht aus den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen für das Jahr 2022 hervor, die ihr Spitzenverband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), jetzt auf seiner Webseite bekannt gab.
Den Angaben der DGUV zur Folge gingen im Jahr 2022 insgesamt 370.141 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit ein (plus 62,5 %). Anerkannt wurden 199.542 Fälle (plus 60 %). Als hauptursächlich für den Anstieg wird die Corona-Pandemie genannt. Denn, rund 180.000 Anerkennungen entfielen auf COVID-19. Rechnet man die damit in Zusammenhang stehenden Erkrankungen raus, gingen die restlichen Berufskrankheiten dagegen sogar leicht zurück.
Rückläufig sind auch die Zahlen der neu gewährten Renten (minus 8,2 %) sowie Todesfälle infolge einer Berufskrankheit (minus 15,7 %). Ähnliches gilt für die meldepflichtigen Arbeitsunfälle. Konkret gab es davon 787.412 und damit 2,3 % weniger. Positives Ergebnis für den Arbeitsschutz: Das relative Unfallrisiko ist – im Vergleich zu 2021 – um 7,7 % gesunken. Bei den Wegeunfällen hingegen liegen die Dinge ein wenig schlechter. Deren Zahl stieg um 1,4 % an (173.288 Fälle).
Generell müssen Arbeitgeber Arbeits- und Wegeunfälle melden, wenn diese zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tod von Versicherten führen.