Wer regelmäßig gesüßten Kaffee trinkt, hat eine geringere Lebenserwartung als Menschen, die diesen ungesüßt genießen. Dies stellten Forscher in einer Studie mit Probanden aus Großbritannien fest, über die ärzteblatt.de berichtet.
Kaffee gehört zu den wenigen Genussmitteln, denen Epidemiologen eine günstige Wirkung auf die Gesundheit attestieren. In den letzten Jahren wurden nicht weniger als fünf Studien publiziert, in denen der regelmäßige Kaffeekonsum mit einem niedrigeren Sterberisiko in Verbindung gebracht wurde. Allerdings: Der Konsum durfte nicht zu hoch sein.
In der nun vorgestellten Studie wurde berücksichtigt, dass viele Briten (55,4 %) ihren Kaffee ohne Zucker konsumieren. Dies ermöglichte den Epidemiologen, bei ihren Berechnungen den Einfluss des Zuckers zu berücksichtigen. Bei ungesüßtem Kaffee war das niedrigste Sterberisiko nach etwa drei Tassen Kaffee pro Tag erreicht. Bei einem höheren Kaffeekonsum schwächte sich die schützende Wirkung ab, blieb jedoch auch bei mehr als viereinhalb Tassen am Tag bedeutend.
Bei den Briten, die den Kaffee mit Zucker bevorzugten, wurde die höchste schützende Wirkung bereits nach zwei Tassen pro Tag erreicht. Sie verminderte sich aber bei höheren Trinkmengen rasch. Letztlich war bereits bei einem Konsum von mehr als viereinhalb Tassen pro Tag das Sterberisiko sogar tendenziell erhöht. Bezogen auf die Krebssterblichkeit war das Risiko bei der großen Trinkmenge noch höher.
Gewisse Einschränkungen erfährt das Ergebnis allerdings durch folgende Umstände: So nahmen die Briten in der Regel nur wenig Zucker in den Kaffee. Die Durchschnittsmenge lag bei etwas über einem Teelöffel oder etwa vier Gramm. Wer also stärker süßt, der ist entsprechend höher gefährdet. Auch wird darauf hingewiesen, dass Kaffeetrinker ohnehin häufiger einen gesunden Lebensstil haben.