Eine Sondersteuer auf Lebensmittel mit besonders viel Zucker stößt bei den Deutschen laut einer Umfrage auf Skepsis. Über dieses Ergebnis einer Umfrage informiert das Deutsche Ärzteblatt in einer aktuellen Pressemitteilung.

Einen Preisaufschlag für stark gesüßte Produkte lehnen 51 Prozent der Menschen in Deutschland eher oder komplett ab, wie eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab. Voll und ganz oder eher befürworten würden dies 40 Prozent. Bei stark gezuckerten Getränken wären 44 Prozent tendenziell für eine Steuer und 49 Prozent dagegen.

Großbritannien will 2018 eine Zuckersteuer einführen, um stark gesüßte Getränke für Käufer unattraktiver zu machen. Sie soll ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter greifen. Die Verbraucherorganisation Foodwatch befürwortet ein ähnliches Modell für Deutschland – mit Abgaben von 20 bis 30 Cent pro Liter. Ärzte verschiedener Fachrichtungen, darunter der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und die Deutsche Diabetes Gesellschaft, hatten daraufhin Konsequenzen gefordert. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) lehnt solche Zuckersteuern ab.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt im Mittel nicht mehr als sechs Teelöffel (25 Gramm) Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln pro Tag. Das reduziere das Risiko von Übergewicht, Fettsucht und Karies.

Andere Länder hingegen erheben bereits Steuern darauf. Schon seit den 1940er-Jahren gilt in Finnland eine Steuer auf Erfrischungsgetränke. Seit 2011 verlangt der Staat zudem eine Abgabe von 95 Cent pro Kilogramm auf Süßigkeiten wie Eis oder Schokoriegel, nicht aber auf Kekse. Die Steuer wird allerdings am 1. Januar 2017 aufgehoben. Medienberichten zufolge hatte die Europäische Kommission Finnland darauf hingewiesen, dass das Gesetz gegen Regeln des freien Marktes verstoßen könnte. Dem finnischen Staat gehen dadurch 2017 geschätzte 109 Millionen Euro an Steuereinnahmen verloren.

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