Bereits der Verzehr von einer Handvoll Nüssen am Tag ist mit einer verminderten Rate von Herz-Kreislauf-Erkankungen und Krebs verbunden. Auch vor Diabetes und Infektionen könnten Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse, Cashewnüsse, Pistazien, Pekannüsse schützen. Hierüber informiert Das DEUTSCHE ÄRZTEBLATT in einer Nachricht vom 7. Dezember 2016.

Nüsse enthalten Ballaststoffe, Magnesium, mehrfach ungesättigte Fette, Vitamin E und Antioxidantien. Alle diese Bestandteile könnten helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, indem sie die Insulinwirkung verbessern, die Cholesterinspiegel senken sowie Lipidperoxidation oder oxidativen Stress vermindern. Nüsse enthalten weitere bioaktive Verbindungen wie Ellagsäure, Anacardsäure, Genistein, Resveratrol und Inositolphosphat, die über verschiedene Mechanismen das Krebsrisiko verringern könnten.

Nüsse stehen deshalb bei vielen Ernährungswissenschaftlern ganz oben auf der Liste der gesunden Nahrungsmittel – und Epidemiologen liefern hierzu die passenden Argumente. In einer Meta-Analyse hat Dagfinn Aune von der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens in Bergen die Ergebnisse aus 29 Publikationen (zu 20 Kohorten) zusammengefasst. Das Datenmaterial umfasst 819.000 Teilnehmer, mit 12.000 Koronaren Herzkrankheiten, 9.000 Schlaganfällen, 18.000 Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs sowie 85.000 Todesfälle.

Aufgrund dieser großen Datenbasis waren die Ergebnisse, die bereits in früheren Untersuchungen in diese Richtung wiesen, in vielen Aspekten erstmals statistisch signifikant. Menschen, die häufig Nüsse essen, erkrankten laut den Ergebnissen von Aune zu 24 Prozent seltener an einer koronaren Herzkrankheit und zu elf Prozent seltener an einem Schlaganfall.

Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen war insgesamt um 19 Prozent und die Krebssterblichkeit um 18 Prozent vermindert. Auch die Gesamtsterblichkeit war laut Aune um 19 Prozent niedriger. Die günstigen Effekte waren sowohl für “echte” Baumnüsse als auch für Erdnüsse nachweisbar, die botanisch zu den Hülsenfrüchten zählen.

Der Effekt tritt bereis nach einem Verzehr von 28 Gramm Nüssen am Tag auf. Aune ermittelt einen Rückgang der koronaren Herzkrankheit um 29 Prozent, des Schlaganfall­risikos um sieben Prozent, der Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt um 21 Prozent, der Krebssterblichkeit um 15 Prozent und der Gesamtsterblichkeit um 22 Prozent. Mit der Ausnahme des Schlaganfallrisikos waren alle Assoziationen signifikant.

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