Männer leben durchschnittlich kürzer als Frauen. Wissenschaftler aus Sydney sind der Meinung, dass der Grund hierfür weniger mit menschlichem Verhalten als vielmehr mit den Geschlechtschromosomen zu tun hat. Hierüber informiert aponet.de – das offizielle Gesundheitsportal der deutschen ApothekerInnen – in einer aktuellen Pressemitteilung.

Männer haben ein kleines Y-Chromosom, das fast nur Gene für das Geschlecht beherbergt. Dazu haben sie ein größeres X-Chromosom, das auch noch weitere Funktionen übernimmt. Frauen haben dagegen zwei X-Chromosomen. Wenn nun auf einem der beiden X-Chromosomen Mutationen auftreten, die schädlich sind oder eine Funktion beeinträchtigen, so kann dies bei Frauen durch das zweite X-Chromosom kompensiert werden. Bei Männern, die nur ein X-Chromosom besitzen, geht das nicht. Forscher aus Australien gehen daher davon aus, dass die kürzere Lebensdauer der Männer mit ihrem „ungeschützten X-Chromosom“ zusammenhängt.

Beobachtungen aus dem Tierreich stützen die These
Als die Forscher sich die Lebenserwartung von Menschen und Primaten, anderen Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Fischen, Amphibien, Spinnentieren, Kakerlaken, Heuschrecken, Käfern, Schmetterlingen und Motten angesehen haben, stellten sie fest, dass jeweils das Geschlecht mit zwei verschiedenen Geschlechtschromosomen eine durchschnittlich um 17,6 Prozent kürzere Lebenserwartung hatte. Bei manchen Tieren ist die Sache genau nämlich genau umgekehrt: Bei Vögeln, Schmetterlingen und Motten haben Männchen zwei gleiche und Weibchen verschiedene Geschlechtschromosomen. Weibliche Vögel, Schmetterlinge und Motten sterben tatsächlich früher als ihre männlichen Kollegen, was die Annahme der Forscher stützt.

Interessant war aber, dass die Unterschiede in der Lebensdauer nicht identisch waren: Bei Arten, bei denen die Männchen verschiedene Geschlechtschromosomen haben, leben die Weibchen fast 21 Prozent länger. Wenn es andersherum ist, überleben die Männchen die Weibchen nur um 7 Prozent.

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