Wer im späten Erwachsenenalter viel Lebensfreude empfindet, könnte hiermit sein Sterberisiko verringern. Das vermuten Forscher des University College London, die zusammen mit Studienleiter Andrew Steptoeder im British Medical Journal (BMJ) Ergebnisse ihrer entsprechenden Beobachtungsstudie veröffentlichten. Hierüber informiert Das DEUTSCHE ÄRZTEBLATT in einer Nachricht vom 21. Dezember 2016.

Der Zusammenhang zwischen Lebensglück und Morbidität sowie Mortalität ist schwierig zu untersuchen. Krankheiten senken die Lebensqualität und machen Patienten häufig un­glücklich, weshalb hier Ursache und Wirkung nicht immer voneinander zu unterschei­den sind. Eine groß angelegte Studie, die britische Forscher in Lancet veröffentlichten, erbrachte keinen Hinweis für einen Zusammenhang zwischen Lebensglück und Mortalität (doi:10.1016/S0140-6736(15)01087-9). Laut den Forschern haben jedoch Studien an­de­rer Arbeitsgruppen gezeigt, dass Menschen mit einem hohen „enjoyment of life“ selte­ner an koronaren Herzerkrankungen leiden und später sterben.
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In der vorliegenden Studie wollten die Forscher durch mehrere Befragungszeitpunkte den zeitlichen Verlauf zwischen dem Lebensgenuss und der Krankheits- und Sterbe­häu­fig­keit analysieren. Sie befragten hierzu 9.365 Männer und Frauen über 50 Jahren (Durchschnitt=63), von 2002 bis 2006 dreimal, ob sie ihr Leben genießen, motiviert sind, gerne Menschen treffen und auf ihr bisheriges Leben zufrieden zurückblicken.

24 Prozent der Teilnehmer verneinten all diese Fragen immer, 44 Prozent empfanden wenigstens zu ein oder zwei Befragungszeitpunkten viel Lebensfreude und 34 Prozent waren zu allen Zeitpunkten sehr zufrieden. Einflussfaktoren wie Depressionen, Erkran­kungen, Bildung und Wohlstand wurden in der Analyse berücksichtigt. Insgesamt waren jüngere Teilnehmer, Frauen, Verheiratete und solche mit einem hohen sozioökonomi­schen Status am zufriedensten.

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