Wer seinen Blutdruck zu Hause kontrollieren möchte, muss nicht jeden Tag zum Messgerät greifen. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt eine Messwoche pro Monat. Entscheidend ist dabei, wann und wie oft gemessen wird und welche Werte anschließend zählen. Hierüber berichtet aponet.de, das offizielle Gesundheitsportal der deutschen ApothekerInnen, in einer Pressemitteilung.
Ein einzelner Blutdruckwert beim Arzt ist nur eine Momentaufnahme. Regelmäßige Messungen zu Hause können helfen, einen Bluthochdruck zuverlässiger zu erkennen und Schwankungen sichtbar zu machen. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt dafür eine sogenannte Messwoche.
Die Selbstmessung kann außerdem Unterschiede zwischen den Werten zu Hause und in der Arztpraxis aufdecken. Bei einer Weißkittelhypertonie ist der Blutdruck zu Hause normal, während er beim Arzt höher ausfällt, etwa durch Aufregung oder Anspannung. Bei einer maskierten Hypertonie ist es umgekehrt: In der Praxis liegen die Werte im normalen Bereich, im Alltag sind sie erhöht.
Sieben Tage messen, den ersten Tag nicht mitzählen
Für eine aussagekräftige Kontrolle muss der Blutdruck nicht jeden Tag gemessen werden. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt, einmal im Monat an sieben aufeinanderfolgenden Tagen zu messen.
Während dieser Messwoche wird der Blutdruck morgens und abends jeweils zweimal bestimmt. Eine Besonderheit gibt es bei der Auswertung: Die Messwerte des ersten Tages werden nicht berücksichtigt. Aus den Werten vom zweiten bis zum siebten Tag wird anschließend der Mittelwert berechnet.
Damit die Werte vergleichbar sind, sollte die Messung möglichst immer unter ähnlichen Bedingungen stattfinden. Vorher einige Minuten ruhig sitzen, dann die Manschette am Oberarm anlegen. Der Arm liegt dabei entspannt auf und befindet sich ungefähr auf Herzhöhe.
Welche Blutdruckwerte zu Hause gelten
Bei der Beurteilung der Werte spielt es eine Rolle, ob der Blutdruck in der Arztpraxis oder zu Hause gemessen wurde. Bei der Selbstmessung fallen die Werte häufig niedriger aus, weil die Messung in vertrauter Umgebung stattfindet.
Laut medizinischen Leitlinien sollte der in der Arztpraxis gemessene Blutdruck bei Menschen unter 65 Jahren unter 130/80 mmHg und bei älteren Menschen unter 140/80 mmHg liegen. Für die Selbstmessung zu Hause gelten niedrigere Werte. Dabei werden vom oberen und unteren Wert jeweils 5 mmHg abgezogen.
Wer seinen Blutdruck regelmäßig selbst kontrolliert, sollte ein geprüftes Messgerät verwenden. Geprüfte und zertifizierte Messgeräte hat die Hochdruckliga auf ihrer Webseite zusammengestellt.
Diese Fehler können die Blutdruckwerte verfälschen
Auch ein gutes Messgerät liefert nur verlässliche Werte, wenn es richtig angewendet wird. Eine unpassende Manschette, fehlende Ruhe vor der Messung oder eine falsche Armhaltung können das Ergebnis beeinflussen.
Vor der Messung sollte man deshalb einige Minuten ruhig sitzen. Wichtig sind außerdem eine passende Manschettengröße und die richtige Position des Arms.