Die schlechteren schulischen Leistungen von Kindern, die in Familien unterhalb der Armutsgrenze aufwachsen, sind – so eine amerikanische Stude – teilweise auf eine Unterentwicklung von Hirnarealen zurückzuführen, die für kognitive Fähigkeiten benötigt werden. Hierüber informiert das Deutsche Ärzteblatt in einer Pressemitteilung.

Armut ist häufig mit Vernachlässigung, erhöhtem Lebensstress, instabilen Familienverhältnissen und manchmal auch mit Gewalt verbunden. Diese Erlebnisse prägen nicht nur den Charakter des Kindes. Frühere Studien haben auch gezeigt, dass Kinder aus ärmeren Verhältnissen einen niedrigeren IQ haben (in einer Langzeitbeobachtung von adoptierten Kindern betrug der Unterschied im Durchschnitt sogar 13 IQ-Punkte).

Dies ist nicht nur in neuropsychologischen Testbatterien messbar. Die jetzt von Seth Pollak von der University von Wisconsin in Madison und Mitarbeitern veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass sie auch in der Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns sichtbar werden. Die Forscher haben die MRT-Bilder von 389 Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 22 ausgewertet, die an der „MRI Study of Normal Brain Development“ teilgenommen hatten. Dort war auch das Haushaltseinkommen registriert worden. Die US-Regierung ermittelt regelmäßig die Armutsgrenze. Bei einem Zweipersonenhaushalt liegt sie derzeit bei einem Jahreseinkommen von 15.930 US-Dollar, bei einem Dreipersonenhaushalt bei einem Jahreseinkommen von 20.090 US-Dollar.

Bei Kindern unterhalb dieser Grenze lag das Volumen der grauen Hirnsubstanz, also dem Anteil mit den Hirnzellen, um 8 bis 10 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt. Auch Kinder aus Familien, deren Jahreseinkommen weniger als 150 Prozent der Armutsgrenze betrug, lag die graue Hirnsubstanz um 3 bis 4 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt. Die gleichen Kinder erzielten in den Tests zur Intelligenz (Wechsler) und zur Entwicklung (Woodcock-Johnson) ein um 4 bis 7 Punkte schlechteres Ergebnis.

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