Zwei Drittel aller Krebspatienten schätzten ihre Prognose in einer Studie in JAMA Oncology anders ein als die behandelnden Onkologen. Die meisten waren optimistischer als ihre Ärzte und die wenigsten wussten, dass ihr Arzt die Situation anders einschätzte. Hierüber informiert das Deutsche Ärzteblatt in einer aktuellen Pressemitteilung.
Für den Arzt ist das Aufklärungsgespräch von Patienten mit einer unheilbaren Krebserkrankung schwierig. Die meisten Patienten wünschen zwar eine ehrliche Auskunft über ihre Prognose, viele verkraften jedoch die Wahrheit nicht. Dies führt häufig dazu, dass die Ärzte sich nicht so klar ausdrücken, wie dies eigentlich erforderlich wäre. Die Folge ist eine „Diskordanz“ in der Einschätzung von Arzt und Patient, die auch in einer Befragung unter amerikanischen Krebspatienten und ihren Ärzten zutage trat.
Alle Patienten hatten Krebs im Stadium 3 oder 4 und ihre behandelnden Ärzte hatten angegeben, dass sie „nicht überrascht“ wären, wenn die Patienten innerhalb des nächsten Jahres versterben würden. Tatsächlich lebte die Hälfte der Patienten nur noch 16 Monate und aufgrund des Krankheitsstadiums dürften weniger als fünf Prozent die nächsten fünf Jahre überleben.
Zur Pressemitteilung