Die Hälfte aller Krebserkrankungen bei Männern und ein Drittel bei Frauen sind auf vermeidbare Risikofaktoren zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus den USA, über die aerzteblatt.de jetzt berichtet.
Die Forscher stellten fest, dass im Jahr 2019 weltweit 4,45 Millionen Krebstodesfälle auf vermeidbare Risikofaktoren zurückzuführen waren. Die Zahl entspricht 44,4 Prozent aller Krebstodesfälle. Bei Männern sind es 50,6 Prozent und bei Frauen 36,3 Prozent.
Nach wie vor wesentlich ist das Rauchen. Hier liegt der Anteil an verlorenen Lebensjahren in gesunder Lebensqualität bei Männern mit 33,9 Prozent wesentlich höher als bei Frauen (10,7 Prozent). Bei den Männern folgen Alkohol (7,4 Prozent), Ernährungsrisiken (5,9 Prozent) und Luftverschmutzung (4,4 Prozent). Bei den Frauen war ungeschützter Sex der zweithäufigste Risikofaktor (8,2 Prozent). Dies ist vor allem auf das Zervixkarzinom zurückzuführen. Es wird durch Viren ausgelöst, die sexuell übertragen werden. An dritter Stelle folgen Ernährungsrisiken (5,1 Prozent) vor einem hohen Body-Mass-Index (4,7 Prozent) und hohen Nüchtern-Plasmaglukosewerten (3,6 Prozent). Alkohol hingegen spielt bei Frauen nur in 2,3 Prozent der Fälle eine Rolle. Bei den berufsbedingten Krebserkrankungen sind Männer mit 3,9 Prozent höher gefährdet als Frauen (1,3 Prozent).
Insgesamt treten verhaltensbedingte Krebsfälle in reicheren Ländern häufiger auf. Der weltweite Anteil betrug 26,5 Prozent bei einem Anteil an der Weltbevölkerung von nur 13,1 Prozent. Die fünf Regionen mit den höchsten Krebssterberaten aufgrund von Risikofaktoren waren Zentraleuropa (82,0 Todesfälle pro 100.000 Einwohner), Ostasien (69,8 pro 100.000), das einkommensstarke Nordamerika (66,0 pro 100.000), das südliche Lateinamerika (64,2 pro 100.000) und Westeuropa (63,8 pro 100.000).